Mythos: Heimspiel im Rückspiel als Vorteil?

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Am Dienstag und Mittwoch stehen die Hinspiele im Halbfinale der UEFA Champions League an. Der FC Bayern München muss zuerst in der heimischen Allianz Arena gegen Real Madrid ran. Ein Vor- oder doch ein Nachteil?

Statistisch gesehen ist das Ganze in der Tat ein Nachteil für das Team, welches im Rückspiel keinen Heimvorteil hat. Seit der Abschaffung der Zwischenrunde vor der Saison 2003/04 gab es in Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale 124 Duelle.

78 Sieger hatten in diesen 124 Duellen ihr Heimspiel im Rückspiel. Es scheint also einen Vorteil, zumindest, zahlentechnisch zu geben. Natürlich fehlt diesem Zahlenspiel eine gewisse Objektivität, da ich weder nach den eigentlichen Paarungen geschaut (Favoritenrolle?) habe noch nach den Gruppen, in denen sich die Teams letztlich durchgeboxt haben.

In Prozent ausgedrückt, hat Real einen 63 % Vorteil im Duell gegen Bayern. Das gleiche gilt natürlich für das zweite Halbfinale zwischen Chelsea FC und dem FC Barcelona. Dort hat Barça diesen „Vorteil“.

Hat der FC Bayern nun keine Chance in das Finale im heimischen Wohnzimmer einzuziehen? Zahlentechnisch spricht vieles für Real. Die vorhin schon genannte Prozentzahl von 63 % und im Vergleich gegen den FC Bayern steht es in diesen Duellen um die Entscheidung 4:4, wobei es lediglich jeweils den beiden nur einmal gelungen ist, bei einem Auswärtsrückspiel weiter zukommen.

Wobei eine Zahlenspielerei dann doch wieder für den FC Bayern spricht. Aus 8 Duellen hat nur 2x das Team gewonnen, das im zweiten Spiel reisen musste. Käme also der FC Bayern weiter, wären es 3 bei 9 Duellen. Man würde also in diesem Duell den ominösen 63 % näher kommen.

Nun gut. Zahlenspielereien hin oder her. Duelle zwischen Vollprofis hängen eigentlich nicht von irgendwelchen Zahlen ab.

Angenommen, man gewinnt vor heimischer Kulisse das Hinspiel, warum also, sollte es einen Nachteil darstellen, dann reisen zu müssen? Die Trümpfe liegen, meiner Meinung nach, ganz klar dann immer noch in der eigenen Hand und vielleicht sogar noch mehr. Vor heimischer Kulisse versucht der zurückliegende Gegner dann selbstverständlich von Beginn an entsprechend Druck auszuüben.

Ein Nachteil entsteht – wenn überhaupt – also nur, wenn man das Heimspiel verliert. Aber mal ehrlich, den Nachteil hat man auch, wenn man zuerst Auswärts ran muss und dort verliert. Man muss dann so oder so offensiver und risikoreicher an die Partie rangehen. Da kann es natürlich helfen, das zweite Spiel Zuhause austragen zu dürfen.

Ich persönlich halte es aber für irrelevant. In einem Spiel kann ich diesen Vorteil des Heimspieles ja noch sehen und verstehen, aber nicht in zwei Spielen. Wer gut ist, wird sich zwangsläufig durchsetzen, weil er in beiden Spielen sein Potenzial abruft. (ds)

Autor: xeniC

Unobjektiv-Objektiver Fan des FC Bayern München. Verfechter von schnellen Schlüssen, aber Liebhaber von wunderschönem Kombinationsfußball mit einem Hang zur Dramatik.

Ein Kommentar

  1. Nach dem dies der erste Hit bei Google zu diesem Thema ist möchte ich es kommentieren:
    Statistisch gesehn ist KEIN Vorteil durch das Heimspiel im Rückspiel nachzuweisen!

    Sieh z.B. http://www.pflichtlektuere.com/16/06/2010/gibt-es-den-heimvorteil-wirklich/

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